Pokémon-Karte bestimmen: Set, Nummer und Auflage in fünf Blicken erkennen
Zwei Karten mit demselben Namen und demselben Bild können hundertfach auseinanderliegen. Der Unterschied steht unten auf der Karte, in einer Zeile, die die meisten nie lesen. Hier steht, wie du sie liest.
Stand 11. September 2026

Erster Blick: die Sammlernummer
Unten auf jeder Karte steht eine Nummer wie „123/198“. Die erste Zahl ist die Position im Set, die zweite die Anzahl der regulären Karten darin. Ist die erste Zahl größer als die zweite – etwa 210/198 –, hast du eine „Secret Rare“, eine Karte jenseits der offiziellen Setgröße, fast immer mit Aufpreis.
Bei Promokarten steht statt der Nummer ein Code wie „SWSH066“ oder „SVP 043“, bei japanischen Karten oft ein anderes Zahlenformat. Beides ist eindeutig, sobald du das Set kennst.
Zweiter Blick: das Set-Symbol
Neben der Nummer sitzt ein kleines Symbol – jedes Set hat sein eigenes. Bei neueren Karten (seit 2023) steht zusätzlich ein Kürzel aus drei Buchstaben, etwa „OBF“ für Obsidianflammen oder „MEW“ für 151. Das Kürzel ist der schnellste Weg: Kürzel plus Nummer ergibt genau eine Karte.
Bei alten Karten ohne Kürzel hilft das Symbol zusammen mit dem Jahr aus der Copyright-Zeile am unteren Rand. Wer beides hat, findet das Set in jeder Datenbank in Sekunden – und die Suche in meinTCG nimmt Kürzel und Nummer direkt an.
Dritter Blick: das Regulierungszeichen
Seit Februar 2020 (Schwert & Schild) tragen Karten unten links einen einzelnen Buchstaben – D, E, F, G, H, I. Er sagt, in welcher Turniersaison die Karte gespielt werden darf, und damit grob, aus welcher Zeit sie stammt. Eine Karte ohne Buchstaben ist älter als 2020 oder ein Nachdruck in einer Sonderausgabe. Für den Wert ist das Zeichen unwichtig, für die Bestimmung ein Zeitstempel.
Vierter Blick: Seltenheit und Aufmachung
Das kleine Symbol neben der Nummer nennt die Grundseltenheit: Kreis für gewöhnlich, Raute für ungewöhnlich, Stern für selten. Darüber liegen die Aufmachungen, die den Preis machen: Holo (glänzendes Bild), Reverse Holo (glänzender Rand, mattes Bild), Full Art und Illustration Rare (Bild über die ganze Karte), Gold- und Regenbogenkarten.
Wichtig: Eine Karte kann in einem Set in mehreren Aufmachungen erscheinen – dieselbe Nummer als normale und als Reverse-Holo-Karte. Beide sind „123/198“, und sie kosten Verschiedenes. Beim Erfassen gehört die Aufmachung dazu, sonst stimmt der Preis nicht.
- Kreis: gewöhnlich (Common)
- Raute: ungewöhnlich (Uncommon)
- Stern: selten (Rare) – Holo, ex, V, VMAX, VSTAR liegen darüber
- Zwei oder drei Sterne, Goldstern: Doppel-, Dreifach-, Hyper Rare
- Weißer Stern (früher schwarzer Stern): Promokarte
Fünfter Blick: Auflage und Sprache
Bei Karten von 1999 bis 2002 entscheidet ein Stempel: „1st Edition“ links unter dem Bild heißt Erstauflage, meist ein Vielfaches der späteren „Unlimited“-Auflage wert. Ohne Stempel, aber mit dem Set-Symbol, ist es die unbegrenzte Auflage; Karten des Base Sets ohne Symbol und ohne Stempel sind „Shadowless“ oder die vierte Auflage – hier lohnt ein genauer Vergleich mit Bildern.
Die Sprache steht nicht dabei, sie ist am Text erkennbar – und sie zählt: Deutsche und englische Karten sind auf Cardmarket getrennte Märkte mit getrennten Preisen. Japanische Karten haben eigene Sets und Nummern und lassen sich nicht über die deutsche Nummer bestimmen.
Der Scanner in meinTCG liest Bild, Nummer und Fußzeile und schlägt die Karte vor; bei alten Sets ohne Kürzel zeigt er die Kandidaten, und du wählst mit dem Blick auf Symbol und Stempel.
Häufige Fragen
- Meine Karte hat keine Nummer – was ist das?
- Sehr alte Energiekarten, manche Promos und Karten aus Spielzeug-Beilagen tragen keine Nummer. Meist sind sie wenig wert; Ausnahmen sind seltene Promos, die man am Text und am Bild bestimmt.
- Wie erkenne ich eine Fälschung?
- Verwaschene Schrift, falsche Schriftart, ein Kartenrücken mit hellem oder verschobenem Pokéball, zu dünnes oder zu glattes Papier, Rechtschreibfehler, Energie-Symbole in falscher Farbe. Im Zweifel: Karte gegen Licht halten – echte Karten haben eine schwarze Schicht in der Mitte und leuchten nicht durch.
- Reicht das Foto der Vorderseite zum Bestimmen?
- Für Set und Nummer ja, dort steht alles. Für den Zustand brauchst du auch die Rückseite; für die Echtheit das Papier in der Hand.
- Was bedeutet das Ausrufezeichen oder die Zahl in einem Kreis auf japanischen Karten?
- Japanische Karten tragen eigene Seltenheitskürzel (C, U, R, RR, SR, UR, AR, SAR) und Nummern je Set; sie folgen einem anderen System als die westlichen Ausgaben und haben auf Cardmarket einen eigenen Markt.
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