Pokémon-Karten verkaufen: Wo, zu welchem Preis – und ohne Ärger danach
Vier Wege, jeder mit eigenem Preis, eigener Gebühr und eigenem Aufwand. Welcher passt, hängt davon ab, was du verkaufst: eine Karte für 300 Euro, 40 Karten für je 5 Euro oder eine ganze Sammlung. Hier steht, wie du das entscheidest.
Stand 11. September 2026

Erst wissen, was du hast
Bevor du irgendwo einstellst: Set, Nummer, Auflage und Zustand jeder Karte bestimmen und den aktuellen Marktpreis daneben schreiben. Wer das nicht tut, verkauft entweder zu billig – oder stellt zu teuer ein und wartet Monate. Wie das geht, steht im Ratgeber zum Kartenwert und im Ratgeber zum Zustand.
Dann sortieren: Karten über etwa 20 Euro lohnen den Einzelverkauf mit Foto und Beschreibung. Alles darunter verkaufst du besser als Paket – „Sammlung 200 Karten, Set XY komplett“ – oder gar nicht, weil Verpackung und Porto den Erlös auffressen.
Cardmarket: der Marktplatz für Einzelkarten
Cardmarket ist in Europa der Ort, an dem Sammler gezielt nach einer Karte suchen. Du legst deinen Preis fest, siehst die Konkurrenz auf den Cent genau und verkaufst an Leute, die wissen, was sie kaufen. Der Marktplatz behält eine Provision vom Verkaufspreis ein – in der Größenordnung von fünf Prozent – plus je nach Zahlungsweg eine kleine Gebühr.
Der Preis, den du dort erzielst, liegt typischerweise beim „Ab-Preis“ deiner Zustandsstufe oder knapp darunter, denn Käufer sortieren nach Preis. Wer den Trend-Preis verlangt, verkauft nur, wenn gerade niemand billiger ist. Bei Karten über 50 Euro zählt zusätzlich das Foto: Ohne eigenes Bild kauft bei diesem Preis kaum jemand.
Versand: Bis etwa 25 Euro Warenwert gehen Karten als Brief in Hülle und Toploader; darüber versichert und mit Sendungsnummer, sonst trägst du bei Verlust das Risiko. Cardmarket zeigt für jede Karte an, ab wann Käufer versicherten Versand erwarten.
eBay: für seltene Karten und ganze Sammlungen
Auf eBay erreichst du Käufer, die nicht auf Cardmarket suchen – Eltern, Nostalgiker, Wiederverkäufer. Das macht eBay stark für zwei Fälle: sehr seltene Karten, für die es auf Cardmarket wenige Angebote und wenige Käufer gibt, und Konvolute, die auf Cardmarket gar nicht anzubieten sind.
Für private Verkäufer in Deutschland fallen bei eBay seit 2023 keine Verkaufsprovisionen mehr an; gewerbliche Verkäufer zahlen je nach Kategorie einen zweistelligen Prozentsatz. Ob du privat oder gewerblich bist, entscheidet nicht deine Selbsteinschätzung, sondern Umfang und Regelmäßigkeit – wer laufend Karten kauft, um sie zu verkaufen, handelt gewerblich.
Auktion oder Festpreis? Auktion nur bei Karten, um die sich mehrere Leute streiten – sonst endet sie beim Startpreis. Festpreis mit „Preisvorschlag“ ist für alles andere der bessere Weg. Und immer: Vergleich mit den verkauften Artikeln (Filter „Verkaufte Artikel“), nicht mit den aktiven Angeboten.
Laden, Messe, Sammler: schnell, aber unter Marktwert
Ein Kartenladen oder Ankäufer zahlt üblicherweise 50 bis 70 Prozent des Marktwerts – dafür bist du an einem Nachmittag alles los, ohne Fotos, ohne Versand, ohne Reklamation. Bei einer großen Sammlung mit vielen kleinen Karten ist das oft die ehrlichere Rechnung als 300 Einzelverkäufe.
Direkt an einen anderen Sammler, etwa in einer Community oder auf einer Messe, geht ohne Gebühren – aber auch ohne Käuferschutz auf beiden Seiten. Bei Beträgen über ein paar hundert Euro nur mit Übergabe von Hand oder mit einem Zahlungsweg, der Käufer und Verkäufer absichert.
Was Ärger vermeidet
Den Zustand eine Stufe zu streng angeben, nie zu großzügig. Eine Reklamation kostet mehr als der Aufschlag einer Stufe: Rücksendung, Erstattung, negative Bewertung – und die nächste Karte verkauft sich schlechter.
Fotos bei Tageslicht, Vorder- und Rückseite, Ecken sichtbar, kein Filter. Bei Karten über 100 Euro zusätzlich ein Foto im Streiflicht, das Kratzer zeigen würde, wenn es welche gäbe.
Versand dokumentieren: Foto der verpackten Karte mit Adresse, Einlieferungsbeleg aufheben. Und die Karte so verpacken, dass sie den Postweg übersteht: Hülle, Toploader, feste Umhüllung, nichts, was verrutscht.
- Zustand eher zu streng als zu großzügig
- Eigene Fotos, Vorder- und Rückseite, Tageslicht
- Über 25 Euro: versichert und mit Sendungsnummer
- Preis am „Ab-Preis“ der Stufe orientieren, nicht am Trend
- Kleine Karten als Paket, nicht einzeln
Häufige Fragen
- Muss ich Verkäufe versteuern?
- Wer gelegentlich eigene Karten verkauft, muss in der Regel nichts versteuern. Wer regelmäßig kauft, um zu verkaufen, ist gewerblich – dann gelten Steuer- und Gewerbepflichten. Plattformen melden seit 2023 Verkäufer mit vielen Verkäufen ans Finanzamt (Plattformen-Steuertransparenzgesetz). Im Zweifel: Steuerberatung, nicht Forum.
- Wie verpacke ich eine Karte richtig?
- Karte in eine weiche Hülle, dann in einen Toploader, den mit einem Streifen Klebeband oben schließen, und das Ganze in einen gepolsterten Umschlag oder zwischen zwei Stück Pappe. Kein Klebeband auf der Hülle selbst – das ist der häufigste Grund für „beschädigt angekommen“.
- Lohnt sich ein Verkauf unter 5 Euro?
- Einzeln fast nie: Porto, Umschlag und Zeit übersteigen den Erlös. Solche Karten gehören in ein Paket – nach Set oder Typ sortiert – oder in den Tausch.
- Hilft meinTCG beim Verkaufen?
- Beim Vorbereiten: Die App kennt zu jeder Karte den Marktpreis je Zustand und zeigt laufende eBay-Angebote mit Gesamtpreis. Einstellen und verkaufen musst du auf der Plattform selbst; meinTCG ist kein Marktplatz.
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