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Deutsch, Englisch oder Japanisch: Was die Auflage einer Pokémon-Karte am Preis ausmacht

Ein Glurak ist nicht ein Glurak. Die deutsche, die englische und die japanische Auflage derselben Karte sind drei verschiedene Produkte mit drei Preisen – und welche davon mehr wert ist, hängt vom Alter der Karte ab. Hier stehen die gemessenen Verhältnisse und die Regeln, mit denen du sie einordnest.

Stand 13. September 2026

Sammelkarte Klarins Ho-Oh-ex, Ewige Rivalen Nr. 230
Klarins Ho-Oh-exEwige Rivalen · Nr. 230Katalogpreis 220,12 € – Beispiel, kein Angebot

Warum es überhaupt drei Preise gibt

Pokémon-Karten werden je Sprache getrennt gedruckt, getrennt verkauft und getrennt gehandelt. Auf Cardmarket ist die deutsche Auflage eines Sets ein eigener Artikel mit eigenen Angeboten – wer dort eine englische Karte kauft, sucht sie unter der englischen Version. Angebot und Nachfrage sind also je Sprache verschieden, und damit auch der Preis.

Die Nachfrage entscheidet. Englische Karten werden weltweit gesammelt, deutsche fast nur im deutschsprachigen Raum, französische in Frankreich und Belgien, japanische von Sammlern, die die Originale wollen. Kleine Märkte sind launischer: Wenige Angebote heißen große Preissprünge in beide Richtungen.

Deshalb rechnet eine Sammlungs-App, die für jede Karte nur einen Preis kennt, systematisch falsch – meistens mit dem US-Preis in Dollar. Für eine deutsche Karte kann das je nach Alter zu viel oder zu wenig sein.

Was die Zahlen sagen: Deutsch gegen Englisch

Gemessen an 3.564 Karten in unserem Katalog, für die am 13. September 2026 sowohl ein deutscher als auch ein englischer Near-Mint-Preis auf Cardmarket-Basis vorlag (nur Karten ab 5 Euro, damit Cent-Rauschen nicht mitzählt): Im Median kostet die englische Auflage 96 Prozent der deutschen. Über alle Karten sind die beiden Sprachen also fast gleichauf – aber das ist ein Durchschnitt aus zwei gegenläufigen Bewegungen.

Nach Erscheinungsjahr getrennt kippt das Bild. Bei Karten bis 2009 kostet die englische Auflage im Median nur 81 Prozent der deutschen – alte deutsche Karten sind seltener, weil damals weniger gedruckt und mehr gespielt wurde. Bei Karten von 2010 bis 2019 sind es 85 Prozent. Bei Karten ab 2020 dreht es sich: Englisch liegt bei 105 Prozent, weil die weltweite Nachfrage nach den aktuellen Sets die deutsche übersteigt.

Bei einzelnen Karten wird der Unterschied groß. Lugia aus Aquapolis (2003) steht deutsch bei rund 6.000 Euro und englisch bei rund 4.300; Charizard aus Plasma-Sturm (2013) deutsch bei 4.000 und englisch bei 950. Umgekehrt: Umbreon ex aus Prismatische Entwicklungen (2025) deutsch 750, englisch 1.150; Pikachu Star aus EX Holon Phantoms (2006) deutsch 4.500, englisch 12.000. Wer hier den falschen Preis nimmt, liegt nicht um Prozent daneben, sondern um Tausende.

  • Karten bis 2009: Deutsch ist im Median teurer als Englisch (Englisch = 81 % von Deutsch).
  • Karten 2010–2019: Deutsch leicht vorn (Englisch = 85 %).
  • Karten ab 2020: Englisch leicht vorn (Englisch = 105 %).
  • Französisch liegt im Median bei 140 % der deutschen Auflage – kleiner Markt, wenige Angebote, hohe Preise.

Japanisch: eigene Sets, eigene Nummern, eigene Preise

Japanische Karten sind keine Übersetzung eines deutschen Sets, sondern eigene Sets mit eigener Nummerierung. „Pokémon Card 151“ (SV2a) ist das japanische Gegenstück zu „151“; Charizard ex trägt dort die Nummer 201/165, in der deutschen Fassung 199/165. Wer die Karte sucht, muss also das richtige Set kennen – ein Ratgeber dazu: Pokémon-Karte bestimmen.

Preislich liegen japanische Auflagen bei modernen Chase-Karten oft über den europäischen: Charizard ex aus SV2a kostet auf Cardmarket rund 380 Euro, die deutsche Karte 199/165 rund 300, die englische rund 315. Mew ex 205/165 aus SV2a rund 250 Euro; die deutsche Mew ex aus 151 mit der Nummer 193 rund 20. Das ist kein Widerspruch – es sind verschiedene Karten mit verschiedenen Seltenheiten.

Japanische Sets haben außerdem oft bessere Druckqualität und weniger Zentrierungsfehler, was beim Grading zählt. Und sie erscheinen Monate vor den westlichen Fassungen. Beides treibt die Nachfrage bei Sammlern, die die Originale wollen.

Wie du die richtige Auflage erkennst

Auf der Karte selbst: Der Kartentext ist in der Sprache der Auflage gedruckt – eine deutsche Karte trägt deutschen Angriffstext und deutsche Setnamen im Regulierungszeichen. Japanische Karten haben japanischen Text und meist die Nummer im Format 201/165 unten links, häufig mit einem Setcode wie SV2a.

Beim Kauf online: Auf Cardmarket steht die Sprache in jedem Angebot als Flagge. Ein Angebot ohne Flagge deiner Sprache ist eine andere Auflage – auch wenn Bild und Name gleich aussehen.

In meinTCG: Der Scanner liest den Text auf der Karte und erkennt daran die Sprache; die Preisleiter zeigt dann alle sieben Auflagen (DE, EN, FR, ES, IT, JP, KR) nebeneinander, du wählst deine per Flagge. Wer eine Sammlung ohne App führt, sollte die Sprache als eigene Spalte notieren – sonst ist die Bewertung später nicht mehr zuzuordnen.

Was das für Sammlung, Kauf und Verkauf heißt

Für die Bewertung: Nimm immer den Preis deiner Auflage. Eine deutsche Sammlung mit US-Preisen zu bewerten, ergibt bei alten Karten zu wenig und bei neuen zu viel – und in beiden Fällen eine Zahl, die beim Verkauf nicht hält.

Für den Kauf: Wer eine Karte fürs Album will, kann bei modernen Sets zur deutschen Auflage greifen – sie ist im Schnitt etwas günstiger als die englische. Wer auf Wertstabilität achtet, fährt bei aktuellen Chase-Karten mit Englisch oder Japanisch ruhiger, weil der Markt größer ist. Bei Vintage ist Deutsch nicht die billige Wahl, sondern oft die teurere.

Für den Verkauf: Deutsche Karten auf Cardmarket unter der deutschen Auflage einstellen, nicht unter der englischen – dort erwarten Käufer englischen Text, und der Preisvergleich („Ab-Preis“) bezieht sich auf die richtige Auflage. Mehr dazu im Ratgeber zum Verkaufen.

Häufige Fragen

Sind deutsche Pokémon-Karten weniger wert als englische?
Nicht pauschal. Über alle Karten kostet die englische Auflage im Median 96 Prozent der deutschen. Bei Karten bis 2009 ist Deutsch im Median teurer (Englisch = 81 Prozent), bei Karten ab 2020 Englisch leicht vorn (105 Prozent). Es kommt auf die einzelne Karte und ihr Alter an.
Sind japanische Pokémon-Karten mehr wert?
Bei modernen Chase-Karten oft ja – Charizard ex aus dem japanischen SV2a liegt über der deutschen und englischen Fassung aus 151. Aber japanische Sets sind eigene Sets mit eigenen Nummern; vergleichbar ist nur die passende Karte, nicht der Name.
Warum zeigt meine App für meine deutsche Karte einen anderen Preis als Cardmarket?
Meist, weil die App den US-Preis in Dollar nimmt (TCGplayer) und nicht die deutsche Auflage auf Cardmarket. Prüfe, ob die App überhaupt zwischen Sprachen unterscheidet – wenn nicht, ist der Preis für deutsche Karten eine Schätzung.
Welche Sprache soll ich sammeln?
Die, die dir gefällt. Fürs Album ist die Sprache egal; für den Wiederverkauf zählt der größere Markt (Englisch, Japanisch) bei neuen Karten und die Seltenheit (oft Deutsch) bei alten. Wer beides will, sammelt neue Sets englisch und alte deutsch.

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